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Montagsgebete 18 Uhr MartinikircheGottesdienste & Termine
Montagsgebete 18 Uhr MartinikircheGottesdienste & Termine

 

Informationen aus der Martini-Kirchengemeinde

 

Besuch aus Tansania

"Karibu! Habari?" – "Willkommen! Was gibt es Neues?" hieß es wieder in unserer Gemeinde, denn vom 30. April bis zum 17. Mai hatten wir tansanischen Besuch. John Msemo, der Partnerschaftsbeauftrage unserer Partnergemeinde Maili Moja in der Nähe von Daressalam war mit der Besuchergruppe des Kirchenkreises gekommen und zu Gast in der Martinigemeinde. Besonders nett waren gemeinsame Aktionen mit John Msemo, wie der Besuch der Attahöhle oder ein Grillabend mit vielen Gelegenheiten zum Austausch.

John Msemo ist in Siegen kein Unbekannter, war er doch bereits zum zweiten Mal hier zu Gast. Für die Tansania-Partnerschaftsgruppe ist es wunderbar, in ihm einen hervorragenden Ansprechpartner zu haben, der – kundig im Umgang mit neuen Medien und der englischen Sprache – jede Mail sofort beantwortet. So lebt unsere Partnerschaft. Sehr interessiert war John Msemo auch am hiesigen Gemeindeleben. So beeindruckte ihn besonders der Besuch der Kita Damaschkestraße, der in ihm die Idee weckte, die heimischen Räumlichkeiten des Kindergottesdienstes für Kinderbetreuung zu nutzen, um den Frauen der Gemeinde Aus- und Weiterbildung sowie berufliche Tätigkeit zu ermöglichen.

Schön war auch, dass John den Pfingstgottesdienst mit Bachchor und regem Kirchbesuch erleben konnte. Mit der gesamten Reisegruppe und einigen Gastgebern nahm John teil am Weite-wirkt-Festival in Halle sowie am VEM-Partnerschaftstag in Wuppertal und einer Exkursion nach Köln/Bonn. Der gesamte Austausch stand unter dem Thema "Migration weltweit". Bei einem gemeinsamen Seminartag war es interessant zu erfahren, wie viele Flüchtlinge das relativ arme Tansania verkraftet.

Beim Abschied waren wir uns sicher, dass es ein Wiedersehen geben wird, möglicherweise auch in Tansania. Briefe, gute Wünsche und kleine Geschenke für die Freunde in Maili Moja gingen in Johns übervollem Gepäck mit auf die Rückreise.

Sigrid Ball

 

 

Das erste Martini-Stadtgespräch

Gemeinsam mit der Gustav-Heinemann-Friedensgesellschaft und in Kooperation mit Radio Siegen möchten wir eine Reihe von Diskussions-Veranstaltungen in der Martinikirche eröffnen: die Martini-Stadtgespräche. Das erste steht unter dem Motto: "Wir müssen reden! Über Werte. Über Flüchtlinge. Und über uns." Es findet statt am Montag, dem 20. Juni 2016, um 19.00 Uhr in der Martinikirche. Auf dem Podium sitzen Claudia Schmidt (ehrenamtliche Unterstützerin von Flüchtlingen), Mohamed El-Chartouni (1989 aus dem Libanon geflohen, Rapper), Torsten Büker (Stadt Siegen), Christian Hoffmann (Siegener Zeitung), Klaus Fenster (IHK Siegen), Ute Waffenschmidt-Leng (Pfarrerin der Martinigemeinde). Als Sachkundige werden Polizeihauptkommissar Volker Intemann und Regine Kürschner vom Verein für Soziale Arbeit und Kultur anwesend sein. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Ingo Baldermann.

Ute Waffenschmidt-Leng

 

 

Offene Martinikirche im Sommer

Ab Mai wird unsere Kirche wieder dienstags, mittwochs und donnerstags jeweils von 15.00-18.00 Uhr geöffnet sein. Sie ist ein wunderbarer Raum, um für eine Zeit dem Trubel der Stadt und des Lebens überhaupt zu entkommen und zur Ruhe zu finden. Nutzen Sie das Angebot der Offenen Kirche! Wenn Sie Lust und Zeit haben, im Team der Offenen Kirche mitzumachen und die Offenen Zeiten zeitweise zu betreuen, dann melden Sie sich doch bitte bei D. Breyer (33 4 697) oder bei Pfrn. Waffenschmidt-Leng (33 12 65).

 

Arbeitskreis "Flüchtlinge"

Im Bereich unserer Gemeinde sind mittlerweile natürlich auch Flüchtlinge zugezogen. Manche von ihnen wohnen in Wohnungen, seit Anfang Januar sind auch Familien in die alte Hammerhütter Schule eingezogen. Es hat sich ein Kreis von Menschen zusammengefunden, die Angebote und Patenschaften übernehmen: Sprachunterricht in Deutsch, Kontakt und Angebote der Begegnung, Sammeln und Sortieren von Kleider- und anderen Spenden.

Die Sprachkurse finden montags und freitags jeweils von 10.00-11.30 Uhr im Gemeindehaus St.-Johann-Str. 7 statt. Offene Begegnungsangebote für Kinder dienstags und freitags ab 15.00 Uhr, und ein offener Film-Treff alle 14 Tage samstags ab 17.00 Uhr ebenfalls jeweils im Gemeindehaus St.-Johann-Str. 7.

In der Hammerhütter Schule werden dringend Kleidung für Kinder und Erwachsene gebraucht, Bettwäsche (es ist jeweils nur eine Garnitur pro Bett vorhanden), Handtücher, ebenso Geschirr und große Töpfe. Sie können nach Vereinbarung in der Hammerhütter Schule abgegeben werden. Melden Sie sich dazu bitte bei Frau Löhr (Mail: alinaloehr@web.de ; Tel.: 0176 82211416).

Falls Sie sich einbringen möchten, wenden Sie sich bitte an Pfrn. Ute Waffenschmidt-Leng (utewaffenschmidt-leng@t-online.de).

Ute Waffenschmidt-Leng

 

 

Überraschungskirche

Ein wunderbares neues Angebot für Eltern mit ihren Kindern! Die Überraschungskirche. Jeweils freitags findet sie im Gemeindehaus St.-Johann-Str. von 15.30-17.00 Uhr statt. In den Räumen gibt es reichlich Spielangebote für die Kinder, die Eltern begegnen sich bei Kaffee und frisch gebackenen Waffeln im Foyer zum Klönen und Quatschen… immer ist ein kurzes Angebot mit biblischer Geschichte und gemeinsamem Singen und anschl. Bastelangebot dabei… Viele Eltern nutzen schon dieses Angebot – die Kinder sind auch begeistert. Herzliche Einladung!

Ute Waffenschmidt-Leng

 

 

 

Erst Inhalte denken – dann Strukturen

Interview mit Pfarrerin Ute Waffenschmidt-Leng über eine engere Zusammenarbeit der Siegener Kirchengemeinden (Juni 2014)
 
Im Siegerland gibt es immer weniger evangelische Christen. Das liegt nicht so sehr an den Kirchenaustritten, sondern vor allem an der Bevölkerungsentwicklung: Es sterben mehr Menschen als Kinder zur Welt kommen, die PfarrerInnen stehen mehr auf dem Friedhof als am Taufbecken. Jährlich verliert der Evangelische Kirchenkreis Siegen mehr als 1,5 Prozent seiner Gemeindeglieder. Waren es im Jahr 2000 noch rund 145.000, sind es heute nur noch 124.000. Die Kirchensteuereinnahmen werden sinken. Zudem gehen in den kommenden Jahren etliche Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenkreis in den Ruhestand, und ihre Stellen können nicht alle wiederbesetzt werden. Deswegen sind die Gemeinden in den sieben Regionen im Kirchenkreis Siegen aufgerufen, sich gemeinsam zu überlegen, wie sie den Prozess des Kleinerwerdens gestalten wollen. Die Martinigemeinde gehört mit den Gemeinden Nikolai, Christus, Erlöser und Kaan-Marienborn zur Region vier.
 
Mitte Juni 2014 gab es ein Treffen mit VertreterInnen aller fünf Stadt-Kirchengemeinden in Region vier. Was wurde da besprochen und wie ist der Stand der Dinge?
 
Ute Waffenschmidt-LengUte Waffenschmidt-Leng: Wir haben in der Region, so der Beschluss der Synode, den Auftrag, dass die Gemeinden enger zusammenrücken sollen und müssen. Die Frage ist: Wie organisieren und gestalten wir die Zusammenarbeit hier bei uns in der Region? Unsere Vorstellung als Martini-Kirchengemeinde ist, dass wir als Gemeinden diesen Prozess zusammen gestalten und gemeinsam offen einsteigen wollen. Nicht mit einem vorgegebenen Konzept oder einer Struktur, sondern gucken: Was wollen wir denn eigentlich in den nächsten Jahren erreichen? Wie soll evangelische Kirche in Siegen aussehen und was brauchen wir dafür?
 
Werden in Siegen Gemeinden fusionieren?
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Ich denke mir, dass es darauf hinauslaufen wird. In welchem Zeitrahmen, weiß ich nicht. Wie das dann passiert, weiß ich auch nicht, darüber ist noch nicht gesprochen worden. Ziele sind eigentlich jetzt noch gar nicht vereinbart worden, das wird in der nächsten Zeit passieren. 
 
Was würde denn für Fusionen sprechen?
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Wenn ein Pastor oder eine Pastorin hier in unserer Region "sich bewegt oder nicht mehr bewegt", wie Pastor Pulfrich es formuliert hat, dann werden wir Lösungen finden müssen, wie wir die Versorgung der Gemeinde regeln. Es wird keine Wiederbesetzung der Pfarrstelle mehr geben, sondern wir werden uns mit dieser einen Stelle weniger irgendwie arrangieren müssen. Das bedeutet natürlich auch, dass wir enger zusammenarbeiten müssen und das macht ja auch Sinn, um Ressourcen und Angebote zu bündeln und Synergieeffekte zu nutzen.
 
Und was spricht dagegen, dass aus mehreren Gemeinden eine wird?
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Ich glaube, dass wir alle als Gemeinden hier in Siegen unterschiedliche Profile haben. Auch eine unterschiedliche Art, Gemeinde zu leiten, miteinander umzugehen und viele andere Unterschiedlichkeiten. Zu gucken, wie wir eine Gemeinde werden und zusammenwachsen können, das ist, glaube ich, ein nicht ganz so einfacher Prozess. Und wichtig ist dabei, dass die jeweiligen Profile auch erhalten bleiben und nicht nivelliert werden.
 
Was macht das besondere Profil der Martinigemeinde aus?
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Unser besonderes Profil ist, dass wir wirklich darauf achten – ob uns das immer gelingt, ist die zweite Frage, aber wir haben zumindest den Anspruch – nicht-hierarchisch miteinander umzugehen, also auf Augenhöhe und wertschätzend miteinander zu kommunizieren, auf allen Ebenen. Das andere ist, dass wir als Gemeinde Theologie und öffentliche Verantwortung miteinander verbinden, dass wir eine Theologie leben und predigen, die Menschen wertschätzt, die Menschen nicht diskriminiert, die politische Verantwortung wahrnimmt. Zum Profil unserer Gemeinde gehören auch die Kirchenmusik, die Mehrgenerationen-Arbeit und die offene Jugendarbeit. 
 
Denkbar wäre ja, dass wir nicht mit einer oder mehreren anderen Gemeinden fusionieren, sondern jede Gemeinde bleibt für sich bestehen und man vereinbart eine Zusammenarbeit.
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Ja, wir haben ja das gute Instrument des Gemeindeverbandes, wo ja schon Zusammenarbeit passiert. Das ist sicherlich eine Möglichkeit. Die Problematik daran ist, dass wir uns eine Form überlegen müssen, wie wir mit den Finanzen klarkommen. Finanzen spielen im Blick auf die strukturellen Überlegungen oftmals die größte Rolle. Das ist schade, finde ich, aber es ist so, und man kommt ja auch nicht daran vorbei. Da muss man natürlich Regelungen finden: Wie kriegen wir das, was wir jetzt haben, miteinander finanziert - ob das Häuser sind oder auch manpower, also Hauptamtliche. Wo treffen wir die Entscheidungen? Wo setzen wir Prioritäten in der nächsten Zeit? Das sind die Fragen.
 
Bis wann muss ein Konzept stehen? Gibt es Zeitdruck?
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Der gesamte Prozess soll 2025 abgeschlossen sein, aber für unsere Region wird es wahrscheinlich ein bisschen schneller gehen müssen - auch, weil zum Beispiel unsere Gemeinde in der Haushaltssicherung ist. Das wird in absehbarer Zeit andere Gemeinden vielleicht ebenfalls betreffen, finanziell stehen wir alle nicht so gut da. Dieser Druck ist schon immens. Außerdem müssen wir ein Gebäudekonzept entwickeln: Was machen wir mit unseren Gemeindehäusern in der Region, welches können wir schließen, welches halten wir aufrecht? Auf absehbare Zeit werden wir sicher nicht mehr alle Häuser halten können, das wäre auch nicht sinnvoll bei zurückgehenden Gemeindegliederzahlen. Das Konzept sollte aber so entwickelt werden, dass wir uns nicht nach fünf Jahren ärgern: Warum haben wir das denn so gemacht?
 
Wer dich kennt, weiß, dass du eigentlich nicht so gern zuerst über strukturelle Fragen nachdenkst, sondern lieber erst über Inhalte. Hast du eine Idee, wie man diesen ganzen Prozess auch anders beginnen und gestalten könnte?
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Schön fände ich, wenn wir uns als Stadtgemeinden überlegen könnten: Was ist denn unsere Vision? Wie soll denn evangelische Kirche in fünf, zehn, fünfzehn Jahren hier in Siegen sein? Was brauchen die Leute hier in der Stadt? Was brauchen ältere Menschen, was brauchen junge Menschen, was braucht das Mittelalter? Wo wollen wir uns engagieren, wo wollen wir vielleicht Schwerpunkte setzen? Wer kann welchen Schwerpunkt dann gegebenenfalls übernehmen? Ich würde gerne inhaltlich anfangen zu denken und dann gucken: Was brauchen wir dafür, diese Inhalte umzusetzen? Das wäre mein Ding!
 

Fragen von Anne Kampf
mit Material von Karlfried Petri/Kirchenkreis Siegen